Warum wir bewusst auf bestimmte Substanzen verzichten
Viele Nahrungsergänzungsmittel werden heute nach dem gleichen Muster entwickelt:
Man nimmt den Stoff, der gerade auf TikTok, Instagram oder in Biohacking-Kreisen am meisten Aufmerksamkeit bekommt, schreibt starke Versprechen darauf und hofft, dass der Hype verkauft.
Wir gehen bewusst einen anderen Weg.
Für uns ist nicht entscheidend, ob ein Inhaltsstoff gerade „viral“ ist. Entscheidend ist, ob er langfristig sinnvoll, gut verträglich, ausreichend untersucht und für eine tägliche Einnahme verantwortbar ist.
Gerade bei Produkten, die Menschen in sensiblen Bereichen wie Stress, Schlaf, Nervensystem, Verdauung, Hormonen oder mentaler Belastbarkeit verwenden, reicht es nicht, dass ein Stoff irgendwie „stark wirkt“.
Die wichtigere Frage lautet: Wie sicher ist diese Wirkung?
Deshalb verzichten wir bewusst auf bestimmte Substanzen, wenn ihr Risikoprofil unklar ist, wenn Behörden zur Vorsicht raten oder wenn sie tief in sensible körpereigene Systeme eingreifen können.
Beispiel Ashwagandha: beliebt, aber für uns nicht die richtige Wahl
Ashwagandha ist eines der bekanntesten Beispiele. Der Stoff ist extrem populär geworden, weil er häufig mit Stress, Cortisol, Schlaf und Entspannung in Verbindung gebracht wird. Genau deshalb findet man ihn heute in vielen Supplements.
Aber Popularität ist kein Sicherheitsnachweis.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass Ashwagandha-Präparate möglicherweise das Hormonsystem beeinflussen können, darunter Cortisol, Blutzucker, Schilddrüsen- und Sexualhormone. Außerdem nennt das BfR Fallberichte über Leberschäden, die möglicherweise mit Ashwagandha-haltigen Präparaten in Zusammenhang stehen. Ein gesundheitlich unbedenklicher Richtwert für die Aufnahme konnte laut BfR auf Basis der aktuellen Datenlage bisher nicht abgeleitet werden. [1]
Zusätzlich weist das BfR auf mögliche Wechselwirkungen hin, unter anderem mit Arzneimitteln, die Blutzucker, Blutdruck oder das Immunsystem beeinflussen.
Besonders Schwangere, Stillende, Kinder sowie Menschen mit bestehenden Lebererkrankungen sollten laut BfR vorsichtig sein beziehungsweise auf Ashwagandha verzichten. [1]
Auch international wird Ashwagandha kritisch diskutiert. Dänemark hat Ashwagandha in Nahrungsergänzungsmitteln verboten, nachdem dort auf Basis einer Risikobewertung der Technischen Universität Dänemark kein sicherer unterer Aufnahmewert abgeleitet werden konnte. [2]
Es gibt zwar wissenschaftliche Gegenstimmen, die einzelne Aspekte dieser Bewertung kritisieren. Genau das bestätigt für uns aber den entscheidenden Punkt:
Wenn zentrale Sicherheitsfragen offen diskutiert werden, gehört ein solcher Stoff für uns nicht in ein Produkt, das Menschen regelmäßig und langfristig einnehmen sollen. [3]
Warum wir keine „stark wirksamen“ Trendstoffe um jeden Preis verwenden
Ein Inhaltsstoff kann auf dem Papier beeindruckend klingen und trotzdem nicht zu unserer Philosophie passen.
Besonders kritisch sind Stoffe, die stark in hormonelle Systeme, Neurotransmitter, Blutdruck, Schilddrüse, Immunsystem oder Leberstoffwechsel eingreifen können.
Dazu gehören nicht nur Ashwagandha, sondern je nach Produktkontext auch andere stark beworbene Pflanzenstoffe, exotische Extrakte, Megadosierungen oder Substanzen, bei denen viele Versprechen im Umlauf sind, aber zu wenig gute Humanstudien, zu wenig Langzeitdaten oder zu viele offene Sicherheitsfragen existieren.
Wir halten nichts von Formeln, die sich stark anfühlen, aber schwer berechenbar sind.
Ein gutes Supplement sollte nicht nach dem Prinzip funktionieren:
„Mal sehen, wie dein Körper darauf reagiert.“ Gerade Menschen, die bereits empfindlich auf Stress, Schlafmangel, Verdauung, Hormonschwankungen oder Nervensystem-Themen reagieren, brauchen keine zusätzlichen Experimente.
Unsere Auswahlkriterien: sinnvoll, sicher, nachvollziehbar
Wir wählen Inhaltsstoffe nach einem klaren Prinzip aus: Sie müssen biologisch sinnvoll sein, ein gutes Verträglichkeitsprofil haben und entweder in klinischen Humanstudien untersucht worden sein oder über etablierte ernährungsphysiologische Funktionen verfügen.
Das bedeutet nicht, dass jeder Inhaltsstoff für jeden Menschen perfekt ist. Aber es bedeutet, dass wir keine Formeln bauen, die nur durch aggressive Claims, exotische Namen oder maximale pharmakologische Wirkung überzeugen sollen.
Wir bevorzugen Inhaltsstoffe, die den Körper unterstützen, statt ihn zu übersteuern. Dazu zählen zum Beispiel Nährstoffe, Aminosäuren, Mineralstoffe, gut untersuchte Pflanzenextrakte und funktionelle Verbindungen mit nachvollziehbarem Wirkmechanismus. Der Fokus liegt je nach Produkt auf Balance, Versorgung, Energieproduktion, Nervensystem, Barrierefunktion, Regeneration oder Verdauungsphysiologie.
Bei Mikronährstoffen orientieren wir uns zusätzlich an zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben. Für bestimmte Vitamine und Mineralstoffe sind in der EU beispielsweise Beiträge zur normalen Funktion des Nervensystems, zum normalen Energiestoffwechsel, zur normalen psychischen Funktion oder zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung zugelassen. [4]
Keine Überstimulation. Keine unnötigen Risiken. Keine Blackbox.
Viele Produkte wirken auf den ersten Blick „stärker“, weil sie mit Begriffen wie Cortisol-Senker, Hormon-Booster, Dopamin-Hack, Fatburner, Detox oder Adaptogen arbeiten. Das klingt verkaufsstark, ist aber nicht automatisch besser.
Unser Anspruch ist ein anderer: Ein Produkt soll nicht maximal aggressiv in den Körper eingreifen, sondern gezielt dort unterstützen, wo der Körper ohnehin natürliche Regulationsprozesse besitzt.
Deshalb verzichten wir bewusst auf Inhaltsstoffe, bei denen wir das Gefühl haben, dass Nutzen und Risiko nicht sauber genug zusammenpassen. Wir setzen nicht auf Blackbox-Mischungen, bei denen niemand genau weiß, welcher Extrakt in welcher Menge enthalten ist. Und wir verwenden keine Stoffe nur deshalb, weil sie gerade in der Supplement-Branche gut klingen.
Was unsere Produkte stattdessen ausmacht
Unsere Formeln basieren auf transparent deklarierten Inhaltsstoffen, klaren Dosierungen und nachvollziehbaren biologischen Hebeln. Jede Substanz hat eine Aufgabe. Kein Inhaltsstoff ist nur drin, weil er auf dem Etikett gut aussieht.
Wir fragen bei jeder Rezeptur:
Passt der Wirkstoff zum Ziel des Produkts?
Gibt es eine plausible biologische Grundlage?
Ist die Dosierung sinnvoll?
Ist das Sicherheitsprofil vertretbar?
Ist die tägliche Einnahme langfristig verantwortbar?
Gibt es bessere, sanftere oder verträglichere Alternativen?
Wenn die Antwort nicht überzeugt, lassen wir den Stoff weg — auch wenn er sich gut vermarkten ließe.
Unser Grundsatz: Vertrauen ist wichtiger als Hype
Wir entwickeln Supplements für Menschen, die ihrem Körper helfen wollen, nicht für Menschen, die ihren Körper mit dem nächsten Trend überfordern möchten.
Deshalb ist unser Ansatz bewusst sicherheitsorientiert, transparent und langfristig. Wir setzen lieber auf Inhaltsstoffe mit gutem Risikoprofil, klarer Funktion und sinnvoller Dosierung als auf spektakuläre Stoffe, die kurzfristig Aufmerksamkeit erzeugen, aber langfristig Fragen offenlassen.
Unser Ziel ist nicht, das aggressivste Produkt auf dem Etikett zu bauen. Unser Ziel ist, Produkte zu entwickeln, denen man jeden Tag vertrauen kann.
Literaturverzeichnis
[1] Bundesinstitut für Risikobewertung. Ashwagandha: Schlafbeeren-Präparate mit möglichen Gesundheitsrisiken. BfR-Mitteilung Nr. 039/2024, 10.09.2024.
[2] Patwardhan, B. Danish ban on Ashwagandha: Truth, evidence, ethics and regulations. Journal article, 2024. Der Artikel beschreibt, dass die Danish Veterinary and Food Administration Ashwagandha auf Basis einer DTU-Bewertung verboten hat.
[3] Morandi, A. et al. When regulation ignores evidence: The case of Denmark’s Ashwagandha ban and implications for Ayurvedic medicine. International Journal of Ayurveda Research, 2024. Der Artikel diskutiert kritisch die wissenschaftliche Grundlage der dänischen Bewertung.
[4] Europäische Kommission. EU Register on Nutrition and Health Claims / Commission Regulation (EU) No 432/2012. Enthält zugelassene gesundheitsbezogene Angaben für Vitamine und Mineralstoffe, unter anderem zu Nervensystem, Energiestoffwechsel, psychischer Funktion sowie Müdigkeit und Ermüdung.
